Schnittstellen & Vernetzung

Damit Daten fließen können
Ein digitales Labor lebt von Vernetzung. Geräte, Software und Laborsysteme müssen Informationen zuverlässig austauschen können, damit Daten durchgängig nutzbar sind und nicht an Systemgrenzen, proprietären Lösungen oder manuellen Übertragungen hängen bleiben.
Offene und standardisierte Kommunikationsschnittstellen schaffen dafür die Grundlage: Sie ermöglichen interoperable Systeme, reduzieren Medienbrüche und erleichtern die Integration neuer Geräte und Anwendungen. So entsteht Schritt für Schritt ein flexibles digitales Laborökosystem, in dem Daten dort verfügbar sind, wo sie gebraucht werden.
Standards und Initiativen wie LADS, SiLA und SHAPTH zeigen unterschiedliche Ansätze, wie diese Vernetzung in der Laborpraxis umgesetzt werden kann.

LADS (Laboratory and Analytical Device Standard) ist ein offener, herstellerübergreifender Kommunikationsstandard für Labor- und Analysegeräte. Als offizielle Companion Specification von OPC UA schafft LADS eine gemeinsame „Sprache“, über die Geräte unterschiedlicher Hersteller mit Laborsoftware und anderen Systemen kommunizieren und Daten austauschen können. Statt für jedes neue Gerät individuelle Schnittstellen entwickeln zu müssen, ermöglicht LADS eine standardisierte Integration und unterstützt damit interoperable, flexible und skalierbare Laborumgebungen. Funktionen wie Gerätesteuerung und -überwachung, Ergebnismanagement, Wartung oder Asset Management können über ein einheitliches Informationsmodell abgebildet werden. So schafft LADS eine wichtige Grundlage für durchgängige Datenflüsse und das vernetzte digitale Labor.

SiLA (Standardization in Lab Automation) entwickelt offene Kommunikations- und Datenstandards für die Vernetzung und Automatisierung von Laboren. Ziel ist es, Laborgeräte, Software und Informationssysteme unabhängig vom jeweiligen Hersteller einfacher miteinander zu verbinden. So können beispielsweise Analysegeräte mit einem LIMS, unterschiedliche Laborgeräte untereinander oder Steuerungssoftware mit einem ELN kommunizieren.Durch standardisierte Schnittstellen reduziert SiLA den Bedarf an individuellen Integrationslösungen und erleichtert den Aufbau modularer und flexibel erweiterbarer Laborumgebungen. Gleichzeitig unterstützt der Standard durchgängige Datenflüsse und die Weiterverwendung von Daten in einheitlichen Formaten – eine wichtige Grundlage für automatisierte und interoperable digitale Labore.

SHAPTH ist eine bundesweite Datenaustauschplattform für die Trinkwasserhygiene. Sie vernetzt Labore, Wasserversorger und Behörden und schafft die Grundlage dafür, Trinkwasserdaten strukturiert, sicher und einheitlich zwischen unterschiedlichen Systemen auszutauschen.Eine zentrale Grundlage bildet der XÖV-Datenstandard XWasser. Er vereinheitlicht Datenstrukturen und ermöglicht beispielsweise die digitale Übermittlung von Prüfberichten, Untersuchungsplänen und Jahresberichten. Bestehende Laborinformationssysteme (LIMS) und Fachanwendungen können über standardisierte Schnittstellen an SHAPTH angebunden werden. Damit zeigt SHAPTH ganz konkret, wie gemeinsame Datenformate und Schnittstellen Medienbrüche reduzieren und die Interoperabilität zwischen Laboren und externen Akteuren verbessern können.